Einmal in der Woche spielt Dominik Kanisch Rollstuhl-Basketball. Zehn Leihgeräte stehen dafür zur Verfügung – ausreichend für Menschen, die gehen können oder eine leichte Gehbehinderung haben. Dominik Kanisch hat aber eine Querschnittslähmung. Er spürt nicht, wenn der Rollstuhl drückt oder andere Probleme bereitet. Für ihn ist es daher wichtig, dass sein Sportgerät an seine Größe und seine Bedürfnisse angepasst ist. Nun hat er genau diesen Rollstuhl bekommen.
Bereits Ende 2024 wurde Dominik Kanischs Leidenschaft für Rollstuhl-Basketball geweckt. Gemeinsam mit Kati Kross, Koordinatorin Sport und Freizeit bei der GPS, war er bei einem Schnuppertag in Leer zu Gast. Dort sollte eine Mannschaft gegründet werden – und die beiden waren sofort begeistert. Schon im September hatten sie sich das Turnier beim Inklusionssportfest angeschaut. Leider ohne Beteiligung aus Wilhelmshaven, zu diesem Zeitpunkt gab es hier noch keine Mannschaft. „Spätestens nach dem Besuch in Leer stand fest, dass wir das ändern müssen“, sagt Kati Kross. Seit über einem Jahr trainiert die Wilhelmshavener Mannschaft nun einmal in der Woche. Vor kurzem hat mit Steffen Fischer ein neuer Trainer übernommen. „Der passt richtig gut rein“, freut sich Kati Kross.
Das Spiel ist schnell, die Rollstühle entsprechend wendig. Schon beim Schnuppertag in Leer hatte Dominik ein Modell der Marke Otto Bock ausprobiert und war begeistert. Als feststand, dass er auch künftig spielen möchte, half Kati Kross ihm dabei, die nötigen Anträge beim Sozialamt zu stellen. Mit Christian Hüsken fanden sie bei der Firma Gebauer zudem einen Ansprechpartner, der schnell zu mehr wurde. Er kommt regelmäßig zum Training, spielt mit und leitet auch schon mal die Einheiten. Kein Wunder: Christian Hüsken hat früher selbst Sitzball in Osterholz-Scharmbeck gespielt, war in der Niedersachsen-Auswahl und spielte in der Nationalmannschaft.
Im November 2025 nahm er sich der Bestellung an. Es folgten Angebote, Genehmigungen, das Aufmaß und im März die erste Anprobe. „Ich hätte den Rollstuhl schon da am liebsten direkt behalten“, sagt Dominik Kanisch. Zuerst wurde der aber noch komplett angepasst, bevor er Ende Mai endlich ausgeliefert werden konnte.
„Ich hab schon beim ersten Training den Unterschied gemerkt“, schwärmt er. Theoretisch kann er damit nun auch andere Sportarten ausüben: Tanzen, Hockey, Handball oder Tischtennis sind einige Beispiele. Für Dominik Kanisch ist das aber erstmal kein Thema. Er hat seine Sportart gefunden.