Neues aus der GPS

Bester Werker Niedersachsens hat bei der GPS gelernt

Tim-Michel Aßmann wurde von der Landwirtschaftskammer als bester Auszubildender seines Jahrgangs ausgezeichnet

Die Ausbildung zum „Werker im Gartenbau“ bei der GPS hat dem 20-Jährigen nicht nur eine Auszeichnung gebracht. Über sein Fachpraktikum hat er einen Betrieb gefunden, der den jungen Mann nicht mehr gehen lassen möchte.
Diese jungen Menschen wurden in Hannover von der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet. Tim (vorne, 2. von rechts) ist Jahrgangsbester bei den Werkern im Gartenbau. Foto: Wolfgang Ehrecke/ Landwirtschaftskammer Niedersachsen

„Mein Traumberuf war es eigentlich nicht“, sagt Tim-Michel Aßmann und lacht. Das Jobcenter hatte ihm nach seinem Hauptschulabschluss vorgeschlagen, in einen Gartenbau-Betrieb hinein zu schnuppern, auszuprobieren, wie ihm die Arbeit dort gefällt. Nach anfänglicher Skepsis ließ er sich darauf ein – um vier Jahre später voller Stolz eine besondere Urkunde in den Händen zu halten: Der 20-Jährige wurde von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als Jahrgangsbester im Ausbildungsberuf „Werker im Gartenbau“ ausgezeichnet.

Tim besuchte die Heinz-Neukäter-Förderschule (ehemals Pestalozzi-Schule) in Varel. Nach seinem Hauptschulabschluss wollte er eigentlich Fliesenleger werden. „Ich habe ein Praktikum in einem Betrieb gemacht und fand das richtig gut“, sagt er. Als das Jobcenter ihm stattdessen den Vorschlag mit dem Gartenbaubetrieb machte, wollte er damit eigentlich nichts zu tun haben. „Ich habe es trotzdem ausprobiert und die Firma war einfach toll.“

Ein Jahr arbeitete er dort, wurde dann von seinem Chef gefragt, ob er sich eine Ausbildung zum Werker im Gartenbau bei der GPS vorstellen könne. Dieser Ausbildungsberuf ähnelt inhaltlich dem eines Gärtners, ist aber speziell an Menschen mit besonderem Förderbedarf angepasst. Tim gab dem eine Chance – und hat es nicht bereut.

Zu seiner Ausbilderin, Antje Fleischmann, hat er schnell ein vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut. Sie hat ihn begleitet – von den Anfangsschwierigkeiten als Jugendlicher, bis zum großen Erfolg als junger Mann. „Ich weiß noch, wie schwer es am Anfang war“, erinnert sie sich, „aber Tim hat sich sehr gut entwickelt.“

Der 20-Jährige sitzt in seiner Wohnung in Zetel – Erdgeschoss, offene Küche und Kamin, in dem ein gemütliches Feuer brennt. Sichtlich stolz zeigt er dem Besuch, was er hier für sich geschaffen hat. Die Wohnung ist aber noch viel mehr als nur ein Zeichen seines beruflichen Erfolgs. Sie steht auch dafür, wie gut er angekommen ist. Vermietet wird sie von seinem Chef, Hannes Eilers, Baumschule & Gartenbau in Zetel. „Nach dem Praktikum im Betrieb war uns direkt klar: Tim muss bleiben“, hatte der schon bei der Verabschiedung der Absolventen bei der GPS gesagt und damit offenbar nicht „nur“ die Arbeit gemeint. Tim hat hier viel mehr gefunden als einen Job: Er gehört dazu.

Die Ausbildung zum Werker in Gartenbau splittet sich in den Unterricht direkt bei der GPS und Fachpraktika in Gartenbau-Betrieben in der Region (siehe Info-Box). Nach dem Abschluss stehen die Mitarbeitenden der GPS den Absolventen bei der Stellensuche und bei Bewerbungen zur Seite. „Das ist allerdings in den meisten Fällen gar nicht nötig“, sagt Antje Fleischmann. Die Werker sind in der Region gesucht, die Unternehmen wissen um die gute Qualifikation und haben schon oft gute Erfahrungen gesammelt. „Die meisten haben schon vor der Abschlussprüfung eine Job-Zusage.“

So war es auch bei Tim. Mittlerweile ist er fester Bestandteil des Teams, hat vor allem in der Arbeit mit Maschinen große Freude gefunden. Zwischenzeitlich hatte er sogar mit dem Gedanken gespielt, in seinem Betrieb noch eine Vollausbildung zu machen, stattdessen möchte er nun erst einmal als Werker arbeiten, hat in fünf Jahren die Chance, eine Prüfung abzulegen, um gleichgestellt zu sein. „Ich möchte mir selbst und auch allen anderen beweisen, dass ich es schaffen kann“, begründet er seine Überlegungen. Dabei hat er das doch längst schon getan. Seinen Abschluss hat er mit der Note 1,6 gemacht – Bestleistung in einigen Fächern. Und dann flatterte im Dezember die Einladung von der Landwirtschaftskammer in den Briefkasten: Mit dieser Note ist er Jahrgangsbester aller Werker im Gartenbau in Niedersachsen. „Ich habe mich so gefreut und konnte es erst gar nicht fassen“, erzählt er.

Mitte Januar wurde er gemeinsam mit 42 anderen Frauen und Männern in Hannover-Ahlem von der Landwirtschaftskammer für die herausragende Leistung bei einer Aus- oder Fortbildung in den Berufen der Landwirtschaft, des Gartenbaus, der Forstwirtschaft und der Fischwirtschaft geehrt. Seine Urkunde bekam Tim von Kultusministerin Julia Willie Hamburg, Kammerpräsident Gerhard Schwetje und Kammerdirektor Dr. Bernd von Garmissen. Eine ganz besondere Erfahrung, die ihm noch einmal bewiesen hat, dass der Schritt in den Gartenbau für ihn trotz anfänglicher Zweifel der richtige war. „Mittlerweile ist es tatsächlich zu meinem Traumberuf geworden“, sagt er und seine Augen strahlen.

Werker*in im Gartenbau

Die Berufsausbildung richtet sich an junge Menschen mit besonderem Förderungsbedarf. In drei Jahren lernen die Auszubildenden unter anderem den Umgang mit Böden, Erden und Substraten, mit Pflanzen und ihren Lebensbedingungen, mit Maschinen und Geräten, Bewässerung und Pflasterarbeiten. Nach drei Jahren machen sie eine Abschlussprüfung vor der Landwirtschaftskammer.

Die Ausbildung hat verschiedene Bausteine. Dazu gehören Fachpraktika in Betrieben. Bei der GPS lernen die jungen Menschen neben der Berufsschule bei fachpraktischen Übungen. Zudem gibt es Stützunterricht in Fächern wie Deutsch oder Mathe und Unterstützung für den Alltag.

Stolz hält Tim nach der Auszeichnung seine Urkunde in der Hand. Foto: Antje Fleischmann
Tim während der Auszeichnung mit dem Kammerpräsident, Gerhard Schwetje, Kammerdirektor Dr. Bernd von Garmissen und der Kultusministerin, Julia Willie Hamburg. Foto: Antje Fleischmann
Skip to content