Neues bei der GPS

Wie viel sind wir uns wert?

Siemtje Möller bei der GPS

Unsere Abgeordnete Siemtje Möller (MdB, links) führte am 20. Mai 2020 ein langes Gespräch mit GPS Geschäftsführer Jürgen Hoffmann (rechts) sowie Steffen Bitter und Carmen Radtke vom Beirat Arbeit Wohnen. Es ging um das Leben mit Corona: im persönlichen Leben, in den Einrichtungen der GPS, bei der Finanzierung der Sozialen Arbeit.

Zuerst interessiert sich Siemtje Möller für die Erlebnisse von Carmen Radtke und Steffen Bitter während der Corona-Zeit. Die beiden gehören zum Beirat Arbeit Wohnen, der sich regelmäßig mit GPS Geschäftsführer Jürgen Hoffmann trifft und ihm Eindrücke von den Ideen, Sorgen und Interessen der erwachsenen Klient*innen vermittelt. „Am Anfang war alles noch wie Urlaub“, erzählt Steffen Bitter. Er arbeitet in der Werkstatt Jeringhave und von dort aus seit einiger Zeit in einer Arbeitsgruppe bei Premium Aerotec. Aber inzwischen fehlt ihm vor allem der tägliche Austausch mit Freunden und Kollegen.

Carmen Radtke hat über „Vielfalt leben“ einen Außenarbeitsplatz im Kindergarten Leuchtfeuer Wilhelmshaven. Dort gibt es seit Wochen nur eine Notbetreuung. Ihre tägliche Arbeit in der Hauswirtschaft fiel deshalb weg. Ihr macht vor allem zu schaffen, dass in der Betreuten Wohngemeinschaft, wo sie mit ihrem Lebensgefährten lebt, fast kein Besuch möglich ist. Auch ihre Freunde in Delmenhorst und Bremen kann sie nicht mehr besuchen. „Ich habe Angst, dass die Freundschaften dabei kaputt gehen.“

Die Besuchsregelungen in der Wohnbetreuung interessieren Siemtje Möller besonders. Sie lässt sich erklären, wie die Konzepte der GPS Wohnverbünde aussehen. Sie erfährt dabei, dass die Gesundheitsämter in Wilhelmshaven, in Friesland und im Ammerland durchaus unterschiedliche Anforderungen stellen. Carmen Radtke findet es z.B. nicht schön, dass sie immer höchstens mit einer Person auf einmal sprechen darf. 

Viel Raum nimmt der Austausch über die Lage der Werkstätten ein. Jürgen Hoffmann spricht erneut sein Bedauern aus, dass er wegen der unsicheren Finanzierungslage im April Kurzarbeit anordnen musste. Es wird deutlich, dass damit auch die Kontakte zu den Beschäftigten der Werkstätten nur sehr eingeschränkt wahrgenommen werden konnten. Als Gegenbeispiel kommt die Lage in den Berufsbildungszentren zur Sprache. Hier hat die Arbeitsagentur als Leistungsträger von Anfang an eine 100%ige Finanzierung zugesagt, wenn die berufliche Bildung als Fernunterricht gewährleistet wird. Das hat viele kreative Maßnahmen in Gang gebracht, mit neuen guten Erfahrungen für Klient*innen und GPS Mitarbeiter*innen.

Das pauschale Betretungsverbot der Werkstätten, wie es in Niedersachsen zurzeit (aktuell bis zum 27. Mai) gilt, stößt auf Kritik bei Klienten, Angehörigen und Fachleuten. Jürgen Hoffmann erläutert, wie alle GPS Werkstätten vorbereitet sind auf eine Wiedereröffnung. „Es gibt gut durchdachte Hygienekonzepte. Auch die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten hat ein solches Konzept der Landesregierung vorgelegt.“ Niemand erwarte, dass der Betrieb wie vor Corona im vollen Umfang wieder losgehe. „Aber wir erwarten mehr Vertrauen, dass wir vor Ort selbst in der Lage sind, verantwortlich den Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Werkstätten zu gewährleisten.“

Dieses Thema nimmt Siemtje Möller gerne mit. Sie hat ja in Berlin an der Gesetzgebung mitgewirkt, die grundsätzlich mehr Verantwortung für den Gesundheitsschutz in die Städte und Landkreise verlagert. Dazu passe auch aus ihrer Sicht jetzt nicht mehr ein pauschal vom Land verordnetes Betretungsverbot für eine ganze Branche. Dankbar äußert sich die Bundestagsabgeordnete abschließend darüber, dass das Thema „Daseinsvorsorge“ nach ihrer Wahrnehmung wieder mehr Raum im öffentlichen Gespräch bekommt. „Es ist wichtig darüber nachzudenken, wie viel wir uns als Menschen in der Gesellschaft wert sein wollen.“

 

 

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