Neues bei der GPS

Lauter Protest

7000 Menschen mit Behinderung demonstrieren in Hannover für ein besseres Bundesteilhabegesetz: Dieser Protest war nicht zu übersehen und nicht zu überhören

Auf dem Opernplatz in Hannover haben am 22. September rund 7000 Menschen, davon die meisten mit Behinderung, für ein besseres Bundesteilhabegesetz demonstriert. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V., der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V., der Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e.V. und der SoVD Landesverband Niedersachsen e.V. hatten gemeinsam mit anderen Organisationen aus der Behindertenhilfe und –selbsthilfe zu der Kundgebung aufgerufen, zu der viel mehr Menschen kamen als im Vorfeld erwartet.

Diese ungeheure Mobilisierung war möglich, weil die beteiligten Organisationen Informationsmaterial zu dem geplanten Gesetz in leichter Sprache zur Verfügung stellten – und so konnten sich auch viele Menschen mit kognitiven Einschränkungen ein Bild von dem vorliegenden Gesetzentwurf machen. Der allgemeine Tenor: Dieses Gesetz verschlechtert die Lage von Menschen mit Behinderung in vielerlei Hinsicht.

So riefen auch Werkstatträte und Bewohnervertretungen zur Fahrt nach Hannover auf. Von Cuxhaven bis zum Harz machten sich große Gruppen mit Bus und Bahn auf den Weg in die Landeshauptstadt. Auch die GPS war mit zwei Bussen, vielen Beschäftigten und der Geschäftsführung vertreten. Eindrücke davon im Fotoalbum von Maren Jakobs weiter unten.

Auf dem Opernplatz entwickelte sich dann ein bunter und lauter Protest. Mit selbst gebastelten und geschriebenen Plakaten und Transparenten teilten die Demonstranten ihre Meinung mit, Trillerpfeifen und Tröten unterstützten den Protest. „Die Politiker haben uns versprochen, mit dem Bundesteilhabegesetz die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen“, sagte Birgit Eckhardt, die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen. „Dieses Versprechen hält der vorliegende Gesetzentwurf nicht! Liebe Politiker in Berlin und Hannover – macht ein gutes Bundesteilhabegesetz!“, appellierte Birgit Eckhardt. Viele Landtagsabgeordnete im Publikum lauschten den Redebeiträgen. Holger Stolz, Geschäftsführer des Lebenshilfe Landesverbands, formulierte deutlich: „Dieses Gesetz ist ein Akt gegen die Würde von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft. Kein Parlament darf diesem Gesetz so zustimmen.“ Ebenso klar wurde Gerd Schwesig vom Blinden- und Sehbehindertenverband. „Menschen mit Behinderung werden wieder mal benachteiligt. Das nehmen wir nicht hin.“ SoVD-Vertreter Bernhard Sackarendt wies daraufhin, wer den Protest in Hannover so lautstark artikulierte: „Diese Veranstaltung heute zeigt, dass die Politik das Bundesteilhabegesetz nicht über die Köpfe der Menschen mit Behinderung hinweg beschließen kann.“

Auch Sozialministerin Cornelia Rundt sprach zu der Menge und versicherte, sich im Bundesrat für Verbesserungen am Gesetzentwurf einzusetzen. In einer Talk-Runde sprachen später auch Menschen mit Behinderung über ihre Befürchtungen. Einhellige Meinung: „So nicht! Wir wollen ein Bundesteilhabegesetz, aber ein gutes!“

Zum reibungslosen Ablauf des Protesttags trugen auch noch andere Institutionen bei: Das MusikZentrum Hannover stellte Techniker für die Bühne, Hannover 96 stellte kostenfrei einen Parkplatz für die fast 60 ankommenden Reisebusse zur Verfügung, die Polizei sperrte wegen des großen Andrangs spontan die Georgstraße ab. Trotz des ernsten Themas war die Stimmung fröhlich und gelöst. Als die Lewis, die Band der Lebenshilfe Seelze, am Ende noch schmissige Pop-Hits spielten, tanzten Dutzende auf dem Opernplatz in den Nachmittag. (Bericht der Lebenshilfe)

Eindrücke von Maren Jakobs (Werkstattbeschäftigte GPS Wilhelmshaven)

 

Album der Lebenshilfe:

Die LEBENSHILFE Landesverband Niedersachsen e.V. wurde am 13. Oktober 1962 von 10 Orts- und Kreisvereinigungen gegründet. Heute gehören dem Landesverband 115 Mitgliedsorganisationen an. Über 75 % aller in Niedersachsen tätigen teilstationären Eingliederungseinrichtungen haben sich im Landesverband der LEBENSHILFE als ihrem Dach- und Fachverband zusammengeschlossen. Die LEBENSHILFE ist Elternvereinigung, Fachverband und Trägerin von Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung. Der Selbsthilfegedanke hat dabei große Bedeutung. Über die Akademie für Rehaberufe bietet die LEBENSHILFE Fortbildungen insbesondere für Fachkräfte, Menschen mit Behinderung und Angehörige an. Mit Standorten in Hildesheim, Wildeshausen und Hannover ist die LEBENSHILFE Niedersachsen Ausbilder in der Heilerziehungspflege in Niedersachsen. Die Geschäftsstelle des Landesverbandes der LEBENSHILFE hat ihren Sitz in Hannover.

Kontakt:

LEBENSHILFE Landesverband Niedersachsen e. V. Nordring 8 G | 30163 Hannover Tel.: 0511.909 25 700 FAX: 0511.909 25 711 E-Mail: landesverband@LEBENSHILFE-nds.de Ihr Ansprechpartner: Frank Steinsiek

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